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Soziale Ungleichheiten beim Behandlungs- und Versorgungsverlauf bei Diabetes mellitus Typ-2 (SODIA)

Wie soziale Ungleichheiten den Behandlungs- und Versorgungsverlauf bei Diabetes mellitus Typ-2 beeinflussen. Eine qualitative Studie aus Sicht der Patienten (SODIA)

Projektleitung: Dr. Astrid Fink

Koordination: Eva-Maria Fach, Maximilian Werner

Laufzeit: 01.04.2015 bis 31.07.2016

Förderer: 3. DFG Nachwuchsakademie Versorgungsforschung

Diabetes mellitus Typ-2 hat in Deutschland und allen modernen Gesellschaften eine zentrale gesundheitspolitische Bedeutung. Diese ergibt sich zum einen aus der Erkrankungshäufigkeit, zum anderen aus der erhöhten Sterblichkeit vor allem an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie anderen diabetesbedingten Folgeerkrankungen. Unzählige medizinische, soziologische und epidemiologische Studien haben soziale Ungleichheiten bei Diabetes mellitus Typ-2 zu Ungunsten sozial benachteiligter Personengruppen nachweisen können. Internationale Studien zeigen zudem, dass Ungleichheiten nicht nur in der Gesundheit, sondern auch sowohl im Zugang und der Inanspruchnahme als auch in der Qualität der diabetischen Versorgung zu Lasten von Personen mit niedrigem sozialem Status existieren. Bisher liegen lediglich fragmentarische Erkenntnisse über den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf die Versorgung bei Diabetes mellitus Typ-2 vor, da häufig nur ein einzelner Versorgungssektor untersucht wurde. Der Großteil der Studien folgt zudem einem quantitativen Ansatz, der oftmals nur deskriptive Ergebnisse zur Verfügung stellt.

Ziel

Ziel des Projektes ist es, im Rahmen einer qualitativen Studie den Einfluss sozialer Ungleichheiten auf den Zugang, die Inanspruchnahme und die wahrgenommene Qualität der gesundheitlichen Versorgung bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ-2 zu explorieren. Die Studie richtet die Aufmerksamkeit auf die Perspektive der Patienten in unterschiedlichen Versorgungbereichen und wird auch ihre bisherigen Erfahrungen im Gesundheitssystem berücksichtigen. Dabei soll analysiert werden, ob soziale Ungleichheiten mit dem Zugang, der Inanspruchnahme und der wahrgenommenen Qualität gesundheitlicher Versorgungsleistungen in unterschiedlichen Versorgungsphasen bei Diabetes mellitus Typ-2 assoziiert sind. Eine weitere Fragestellung untersucht, ob sich bestimmte Faktoren identifizieren lassen, die den Effekt zwischen sozialer Ungleichheit und Versorgung vermitteln.

Methodik

In dieser qualitativen Querschnittstudie werden insgesamt mindestens 18 Teilnehmer in drei verschieden Versorgungsbereichen (Universitätsklinikum, Hausarztpraxis, diabetologische Schwerpunktpraxis) rekrutiert, von denen jeweils die Hälfte aus einer hohen und einer niedrigen Statusgruppe kommen. Die Daten werden mittels leitfadengestützter Interviews erhoben.

Ergebnisse

In diesem Projekt werden Schlüsselstellen im Versorgungsverlauf identifiziert, an denen die Erfahrungen von Patienten unterschiedlicher sozialer Herkunft variieren. Damit stellt es eine Grundlage für eine bessere Erklärung sozialer Ungleichheiten in der Versorgung dar. Die gebildete Theorie kann in einem nächsten Projekt empirisch geprüft werden und damit die bisherigen Erklärungsmodelle zur Produktion von Versorgungsungleichheiten und gesundheitlicher Ungleichheit ergänzen.

Ansprechpartnerin: Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich an Frau Amelie Baumann (Tel. 0345 557-1168).

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