Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Arbeitsgruppe Lebenslaufforschung

Leitung

Dr. Anja Knöchelmann

Aktuelle Projekte

  • Soziale Mobilität und gesundheitliche Ungleichheiten (HBS)
  • Die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten im Erwachsenenalter. Eine Lebenslaufperspektive mit dem Sozioökonomischen Panel (SOEP)
  • Die Bedeutung kompositioneller, kontextueller und institutioneller Merkmale der Schulumwelt für die Gesundheit und das Wohlbefinden entlang der Schullaufbahn (NEPS)

Was ist Lebenslaufforschung

Die Gesundheit des Einzelnen ist nicht allein von seiner derzeitigen Lebenssituation abhängig, vielmehr finden sich über den gesamten Lebenslauf hinweg eine Vielzahl an Faktoren und Ereignisse, deren Einfluss auf die Gesundheit über viele Jahre hinweg nachweisbar sind.  So konnten beispielsweise einzelne Studien zeigen, dass bereits im Mutterleib der Grundstein für die spätere Gesundheit gelegt wird. Alkohol und Nikotin gehören dabei sicherlich zu den bekanntesten Faktoren, die nicht nur ein geringeres Geburtsgewicht oder Frühgeburten zur Folgen haben können, sondern darüber hinaus auch weitere gesundheitliche Schädigungen nach sich ziehen können, welche erst im Erwachsenenalter sichtbar werden. In der Lebenslaufforschung wird davon ausgegangen, dass neben biologischen Faktoren auch soziale Prozesse ausschlaggebend sind. Eine wesentliche Rolle spielen hier sowohl Benachteiligungen in kritischen Perioden, zu denen neben der fötalen Phase insbesondere auch die Kindheit und Jugend zählen, als auch die Anhäufung von (sozialen) Benachteiligungen und soziale Mobilität im Lebenslauf. Einflüsse auf die Gesundheit lassen sich hier sowohl in Bezug auf die subjektive Einschätzung der Gesundheit als auch im Sinne manifester Erkrankungen nachweisen.

In der Erforschung gesundheitlicher Ungleichheit wird von zwei Wirkrichtungen ausgegangen: während die Kausalthese davon ausgeht, dass soziale, materielle oder physische Faktoren zu einer schlechteren Gesundheit führen, beschreibt die Selektionsthese die Auswirkung schlechter Gesundheit auf soziale, materielle oder physische Faktoren. Kurz gesagt: Führen Benachteiligungen zu einer schlechteren Gesundheit (Kausalthese) oder zieht eine schlechte Gesundheit Benachteiligungen nach sich (Selektionsthese)? Da die Lebenslaufforschung die Entwicklung von Gesundheit und sozialen Faktoren über einen längeren Zeitraum betrachtet, sind Aussagen zu Verursachung und Selektion eher möglich. In internationalen Studien konnten primär Belege für die Kausalthese gefunden werden. In Deutschland ist eine Aussage dazu, aufgrund mangelnder Längsschnittdaten, bisher nicht möglich.

Ausrichtung am IMS

Derzeit erforscht die AG Lebenslauf den Beitrag den die verschiedenen Prozesse, die über den Lebenslauf wirken, für die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten im jüngeren und mittleren Lebensalter leisten. Dazu wird sowohl soziale Mobilität als auch die Dauer und Abfolge von Benachteiligungen betrachtet. Zudem zielt die Arbeit der AG auf die Erfassung vermittelnder Faktoren. Auf der Grundlage dieser Forschung können Empfehlungen erarbeitet werden, wie bereits im Kindesalter präventiv für die spätere Gesundheit vorgesorgt werden kann.

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